Monatlicher Nachthimmel

Mond

Am 4. Januar war ein besonderer Neumond am Himmel zu bewundern. Kurz nach Sonnenaufgang schob sich der Erdtrabant fast 70% zwischen Erde und Sonne und es kam zu einer in Deutschland sichtbaren partiellen Sonnenfinsternis!
Zur Monatsmitte, am 19. Januar, überstrahlt der Vollmond den gesamten Nachthimmel. Astronomische Beobachtungen sind während der Tage vor und nach diesem Zeitpunkt eher ungünstig.

Sterne

Beim Blick nach Norden befinden sich östlich bzw. rechts vom Polarstern die sieben Sterne des Großen Wagens. Diese Sternkonstellation ist Teil des größeren Sternbilds Großer Bär und wird in den nächsten Monaten immer höher am Abendhimmel zu finden sein. Im Westen steht das ausgedehnte "Herbstviereck", das aus den hellsten Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda aufgebaut ist. Über uns, nahe des Zenit, thronen die Sternbilder Perseus und Fuhrmann sowie das berühmte "Himmels-W" Kassiopeia. Hoch im Süden zeigt sich der Stier mit seinem rötlichem Auge, dem Sternriesen Aldebaran. Etwas westlicher davon befindet sich das markante Siebengestirn der Plejaden.
Unterhalb des Stiers prangt das beeindruckendste Sternbild der Wintermonate: Orion, der Jäger der Antike. Der zentrale Teil, drei nebeneinander liegende helle Sterne, symbolisieren den Gürtel des Helden. Links oberhalb der Gürtelsterne wird die rechte Schulter durch den roten Riesenstern Beteigeuze dargestellt. Schräg gegenüber befindet sich der linke Fuß des Jägers, der bläulich-weiße Stern Rigel. Der hellste Stern des Nachthimmels ist jedoch die rund 9 Lichtjahre entfernte Sonne Sirius im Sternbild Großer Hund, das unterhalb des Orion zu finden ist. Über dem östlichen Horizont zeigen sich in den Januarabenden schon zwei weitere Sternbilder der Tierkreises: Der Krebs und die Zwillinge mit den Sternen Kastor und Pollux.

Eine aktuelle Sternkarte für den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See können Sie online auf unserer Homepage hier abrufen.

Planeten

Der Riesenplanet Jupiter steht in diesem Monat noch als heller Lichtpunkt im Westen des Abendhimmels. Gegen Ende des Monats wird er jedoch bereits vor 22 Uhr untergehen.
Venus und Merkur erreichen in der Mitte des Monats ihre größte westliche Elongation. Das heißt, sie besitzen den maximalen Winkelabstand zur Sonne und können vor Sonnenaufgang tief am Südosthorizont gesehen werden. Der lichtschwache Merkur ist nur bis zum 17. Januar mit bloßem Auge zu beobachten, wohingegen die helle Venus im gesamten Monat als "Morgenstern" sichtbar ist. Durch ein Fernrohr betrachtet, sieht man die beiden Planetenscheiben derzeit nur zur Hälfte beleuchtet. Dieser Effekt (Dichotomie) tritt übrigens auch jedes Monat beim Halbmond auf und stammt daher, dass die Sonne die Himmelskörper von der Seite anstrahlt.
Der rote Planet Mars befindet sich derzeit auf seiner Bahn um die Sonne hinter unserem Zentralgestirn und ist somit nicht am Nachthimmel vertreten.
Saturn geht zu Monatsbeginn um ein Uhr nachts am Südosthorizont auf und beherrscht die zweite Nachthälfte. Im Laufe des Monats verschiebt sich der Aufgang immer weiter nach vorne. Ende Januar zeigt sich der Ringplanet bereits um 23 Uhr.

Deep Sky Himmelsobjekte

Anbei eine Auswahl von Himmelsobjekten, die im aktuellen Monat mit Teleskopen beobachtet werden können:

  • M31: Andromedagalaxie, Entfernung: 2.5 Millionen Lichtjahre
  • M1: Planetarischer Nebel im Sternbild Stier, Ergebnis einer Supernova aus dem Jahr 1054, Entfernung: 6300 Lichtjahre
  • h+Chi Persei: Doppelsternhaufen im Sternbild Perseus, Entfernung: 7300 Lichtjahre
  • M36/M37/M38: Offene Sternhaufen im Sternbild Fuhrmann, Entfernung ca. 4000 Lichtjahre
  • M42: Orionnebel, Entfernung: 1300 Lichtjahre
  • Eskimonebel NGC2392: Planetarischer Nebel im Sternbild Zwillinge, Entfernung: 5000 Lichtjahre
  • Bodes Galaxie M81: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 12 Millionen Lichtjahre
  • M82: Spiralgalaxie im Sternbild Großer Bär, Entfernung: 14 Millionen Lichtjahre

Anmerkungen

Alle Zeiten wurden in Winterzeit (MEZ) angegeben und beziehen sich auf den Beobachtungsstandort Berg am Starnberger See. Auf eine Beschreibung der Planeten Uranus und Neptun wurde verzichtet, da diese nicht mit bloßem Auge zu beobachten sind.